Schmelzfestival

So, da sind wir wieder. Während Kollege Fuzz Buzz noch mit den Boys im Schlamm zeltet und sich mit Pfeffi gegen heranwehende Lüfte der Dixie-Kolonie wappnet, mümmelt sich unsereins bereits in die Betten, vor den Rechner oder unter die Dusche. Wir sind wieder zu Hause, und schön wars, das MELT.

Diesmal wurde meine uneingeschränkte Liebe gegenüber dem vermeintlich schönsten Festival unserer Breitengrade zwar gleich mehrmals hart auf die Probe gestellt, nach zwei aufregenden Tagen in der durchtrieben bunten Masse aus herausgeputzten Indiekids und Pillenravern ist es natürlich dennoch die Begeisterung, die bleibt. Das schöne Gefühl, als Zuschauer live noch mitzufiebern und als Saufkumpane auf dem Zeltplatz mitzulachen. Premiere diesmal auch: als Lover die Stütze im Crystal Castles Pit spielen und bei Phoenix den Arm leihen. Sehr gut!

Neben unfassbaren Auftritten von den gewohnt düsteren Crystal Castles (von wegen übersteuertes, unkontrolliertes Krachgematsche mit talentfreiem Schminkschreihals – für mich ist DAS Punk, ich kann mir nicht helfen, sick!!), den hibbeligen, angenehm poppigen Gossip, dem sehr gemütlichen Clicki auf der kleinen Schuhbühne, den bahnbrechenden Digitalism, die tatsächlich bestens auf die ganz große Bühne passen und bombastische neue Songs im Gepäck hatten und dem persönlichen Highlight beim großen Phoenix-Feuerwerkkkkkk…. (kurz nochmal Schachtelsatz im Kopf zusammenfügen und zum Negativen umschwenken, Freunde)… gabs diesmal leider auch einige Ärgernisse. Für die das Melt übrigens nix kann, vorweg.

Schade, schade: Foals nicht am Start. Aaargh!!

Ätz, ätz: Gewitter, Regen, Sturm!! Twister Szenerie vor Sonnenaufgang. „WOOO IS UUUNSER ZEEEELT!?!?“ „IIICH WEIIIISS ES NIIIIICHT, MEIIIN AUUUGE BREEENNT!!“ Ich weiß schon, warum ich Zelten ätzend finde. Freitag Nacht absolutes Horrorszenario für jeden Anti-Camper. Hilfe, Hilfe.

Enttäuschend: Meine Lieblingsband. Kein Scheiß. Nach drei allesamt glänzenden Bloc Party Konzerten in den letzten Jahren jetzt also der „Uff“ Moment. Nachdem Phoenix seeehr charmant die Bühne abfackelten und einen Hit nach dem anderen zwischen die Kräne feuerte, lag die Messlatte natürlich hoch. Sollte aber machbar sein, für Lieblingsband, oder!? Aber da war wohl diesmal der Wurm drin. Keiner weiß, was Kele Okereke an diesem Abend geritten hat… ich vermute schmierblattmäßig mal eine Mischung aus zu tiefen Gläsern, zu bunten Pillen und zu lauten Lobhudeleien in den letzten Jahren. Bloc Party sehen weder spielfreudig noch gut gelaunt aus und irgendwie fehlt das Zackige, der Druck, für den ich die Jungs so fanboymäßig abfeiere. Ein völlig zugedruggter Frontmann stolpert über die Bühne, watscht lieblos und gerne schief auf seiner Gitarre rum, singt nur jede zweite Zeile ins Mikro und konzentriert sich zwischendurch lieber auf Rockstar-Sprüche und Techniker-Beleidigungen. „We‘re gonna stop making bullshit and start partying aren‘t we!?!?“, „From now on we‘re going to stop pussying around!!“ und „How are you doing, fuckers?“ sind einige der, wahrscheinlich nicht 100%ig korrekt rezitierten, Kommentare, die ich mir gemerkt habe. Uff. Schwerer Schock für den geneigten Verehrer, und auch Frau Freundin ist perplex. „Äääh… welches Lied soll das sein?“ „Ich glaube, das ist Two More Years.“ „Oh. Ooooh.“ Naja. Nächstes Mal wieder? Diesmal jedenfalls schööön von Phoenix und Digitalism an die Wand gerotzt!

So, soll reichen. Alles in allem wieder ein wundervolles Melt-Festival, nach meiner Pause im letzten Jahr. Schön und nennenswert auch die Konzerte von Delphic, Bodi Bill, Röyksopp, Mikroboy, Simian Mobile Disco und vieeelen, vielen anderen. Besonders lustig hingegen die immense Steigerung an Shake-Hands dieses Jahr! Sooo viele bekannte Gesichter, geil!

Wir sehen uns nächstes Jahr. Demnächst Straffie-Fotos und vielleicht der ein oder andere Thekenschwank.


3 Antworten auf “Schmelzfestival”


  1. 1 .curly 20. Juli 2009 um 9:06 Uhr

    Treffend!!

  2. 2 .curly 20. Juli 2009 um 11:05 Uhr
  3. 3 .curly 20. Juli 2009 um 11:08 Uhr

    Damnit!! HERZ sollte da eigentlich stehen…:D

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