TOTE TIERE / REDUX

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Was passiert mit toten Tieren, wenn sie zu lange liegen oder die Seuchenbehörde den Schmodder aus Trägheit einfach auf dem Asphalt kleben lässt? Sie verschimmeln, verrotten, fangen an zu stinken und alles was bleibt ist eine Hand voll Fliegen und die Tragödie! SICK!! Tote Tiere, das sollte sich inzwischen auch in der hintersten AJZ Toilette rumgesprochen haben, sind wir ganz gewiss: die Symbiose aus Supershirt und Captain Capa. Das Wolfpack, das dreckige Hyänengespann. Aber verrotten, stagnieren – das ist nicht unsere Welt. Reisegruppe Sauf und Klau – upgrade, höher, schneller, weiter. In Bewegung bleiben, bloß nicht verrotten, bloß keine Fliegen ansetzen. SCHARF GEHTS!

Erstes Ziel MAGDEBURG. Es ist Donnerstag, die Lokalität gleicht einem Wohnzimmer, ein Café der Liebe, Teppichästhetik und Polstermöbelpower. Wahnsinn, wie sehr der Schmerz der kurzzeitigen Trennung an uns nagte! Endlich wieder Supershirt, endlich wieder umarmen und liebhaben! „WAS HABEN WIR EUCH VERMISST!“ „WIR EUCH AUCH FAST SO HALB SCHON!“ Was soll das nächste Woche bloß werden!?

Das Café Central füllt sich bis in die letzte Fuge, niemand schwitzt so stark wie wir! Geile Anekdote, die uns einmal mehr als Vollidioten outen wird:

Styler-Hannes: Maik, es wird heiß!
Styler-Maik: Ja, lass mal die Haare EXTRA fest sprühen!
Styler-Hannes: Gute Idee, bloß keine fiesen Scheitel! *SPRÜÜÜÜH*
Styler-Maik: *SPRÜÜÜÜÜH SPRÜÜÜÜH*

Wenig später auf der Bühne:

Schweiß-Rinnsal-Maik: HANNES!! MEINE AUGEN!! AAAAH!!
Schweiß-Rinnsal-Hannes: AAAAARGH SAME HERE HOLY SHIT, ES BRENNT! ES BRENNT!!

Egal. Auch weniger heiß: der hiesige Beschallungsapparat, in dessem Inneren scheinbar Mäuse, Schlümpfe und Panzertape wilde Kämpfe um das Ausgangssignal der Monitorboxen austragen! Heißt im Klartext: das elektronische Emo-Duo eures Vertrauens spielte zeitweilig taub. Das Publikum wird beschallt, die Bühne bleibt stumm. „Sing ich das schief!?“ „Ich glaub, es geht!“ „Hm. Okay!“ Die Meute spürt, da stimmt was nicht, und beschließt, heute einfach mal ein stückweit gemein zu sein. Verhaltenes Tanzen, verhaltenes Klatschen. Feierliche Krönung der musikalischen Darbietung: ein Komiker in der ersten Reihe, der seine Mitmenschen mit einer Dose Raumspray besprüht, sich von uns „Kids On Fire“ wünscht, und sich bedankt, indem er mir den Schädel auf die Bühne drückt und den Damen der Schöpfung zu Leibe rückt. Ein Held!

Supershirt verstehen es, auch die Hürde der schwitzigen Enge und des zerfahrenen Sounds zu meistern und liefern einen gewitzten, energischen Auftritt ab. Leider nicht meine Musik. 8000 RAM, was soll das eigentlich sein!? Der schnellste PC der Welt!? Mir egal! Während sich in den ersten Reihen Enge und Gefühlsnähe verbreiten und eine junge Prinzessin Eiswürfel in den Lavapit wirft, gibt es hinten Ärger und Prügel. Wie es sich gehört! Egal – Supershirt reißen auch diesen Laden ab, hinterlassen zufriedene Gesichter und klitschnasse Mäuler – da kann nix passieren. Nicht einmal der gekonnte Sabotageversuch der Tresenkräfte („Geil, lass mal den CD Player anmachen und über die Boxen laufen!“) kann sich dem Shirtzilla Monster entgegenstellen. Faxe, Rakete und Katze hauen alles kaputt. Auch der Abend danach wird ein schöner! So viele bekannte Gesichter, alte Freunde und neue HeldInnen, es ist der Wahnsinn. Tausend Dank auch an die Veranstalter, die uns nicht nur wie Könige behandelt haben, sondern auch das PACK herauswarfen, das herausgeworfen gehörte.

Highlight der Nacht ist eine Pnadamüzte.

BERLIN

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Grrrrrr…

Zerpflückt und unausgeschlafen führt uns die Reise in zwei Automobilen tiefer ins System, tiefer ins Geschehen: Hauptstadt, öffne deine Tore! Aber bitte, verschone uns mit der hässlichen Siegessäule! Abgesehen davon lieben wir dich inzwischen sehr – auch für deine Bären. Berlin, mein Schatz… und das TROTZ der Paranoia!

Hier speist also Lemmy Kilmister, hier werden unsere Kapellen aufspielen. Das White Trash ist American Restaurant, Tattoostudio und Clubhölle in einem und macht alle drei Jobs hervorragend gut. Zäune, Holz, Gemäuer, Rock‘n'Roll. Ob wir zwischen die tätowierten, schwarzgekleideten Slangboys und Slanggirls hinter Tresen und Bar passen, sei einmal vorsichtig zu den Besen in die Ecke gestellt. Was ist uns das? ACHTTAUSEN… äh, egal, selbstverständlich. Der Laden füllt sich angemessen und bereits vor dem Konzert steht fest: welch liebliches Publikum! Auch lange nicht mehr gehabt: „Darf ich deine hässliche Kackfresse fotografieren, damit mir jemand glaubt, dass es SOWAS überhaupt gibt!?“ „Fanfotos immer!“

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Unüberwindbar aber das doppelte Grauen: „HOLY SHIT die von Supershirt sehen ja noch viel schlimmer aus!! Die will ich auch! Für Facebook! Das wird das neue Meme! UGLYBAND!“

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Wir werden trotz ausgesprochener Hässlichkeit warm empfangen, haben Stargäste in den ersten Reihen, werden mit Hand-Herzen überschüttet und mit Refrains besungen, dass ein Entschwinden von der Bühne ein unüberwindbares Drama darstellt.


Achten sie auf den stimmigen Chor in der ersten Reihe! Kippen sie auch ihren Bildschirm auf die Seite.

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Aber nach all dem Geschrei, der Liebelei, dem Betrug und dem Tanz ist auch mal wieder gut, sie sind ja nicht alleine hier, Herr Kapitän. Bühne frei für die Kopfspieler.

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Pünktlich zum Supershirt’schen Konzertbeginn dreht das Publikum den Schalter um. All die zarten Gefühle der Zuneigung müssen verschwinden und dem animalischen Willen der Zerstörung weichen. Es ist ein Fest!

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In einer Sache hängen die halben Hemden uns an diesem Abend stark hinterher: im Konsum enthemmender Flüssignahrung. Zumal sich die Frauen der Shirts im Publikum eingefunden haben und nach jedem Song Bewertungsschilder in die Luft strecken, fühlen sich Henry, Hendrik und Marco einem Druck unterzogen, dem KEINE BAND standhalten kann. Nach fast jedem Song schnellten die „4.0″, „3.5″ oder auch mal das „0.0″ Schild aus dem Publikum. Knallhart!! Keine Amnestie für Boyfriends! Das ist natürlich nur Quatsch. Hinter den SchildheberInnen versteckten sich in Wirklichkeit die Toten Crackhuren im Kofferraum, die erst den Auftritt unserer Emotechcombo, und dann den der Berlinostocker mit Crackpower zerstören wollten. Mission: impossible, Finale: geglückt!

Im Backstage die wissenschaftliche Entdeckung des Jahrhunderts: ein schwarzes Loch im Kühlschrank. Alles leer, alles weg. Scheiß Large Hadron Collider, ey!! Also ab in die Nacht, ab in den Club, ab in die verdammte Hölle! Nass und kalt vs. warm und kuschlig – was wissen die schon!? :[

NEUBRANDENBURG

Zwei Stunden Schlaf, die müssen auch erstmal produziert werden. Wer kann das bezahlen!? Maik jedenfalls nicht. „Guten Morgen!“ „AAAAAH!!!“ Aber es muss ja weitergehen. Halbwitzige Anekdote:

Telefon: RRRRRING
Hannes: Oh Shit, Hendrik ruft an!
Maik: Und wir sind noch in Berlin!
Götz: Müssten längst losgefahren sein!
Maik: Sind aber noch am Shoppen, oh weh!
Hannes: Jetzt gibts Ärger! -rangehen- JA?
Hendrik: HANNES, WO IST HENRY!?
Hannes: Wieso? Bei euch im Kofferraum?
Hendrik: Ihr sollt den mitnehmen!
Hannes: Wir sind doch nicht bescheuert! Hast du mal an dem gerochen!?
Hendrik: Holt den mal ab, jetzt, der weint schon!
Maik: NEE, NICH DER EY!!
Götz: Welcher von denen ist das? Der Nette, der Neue oder der Unangenehme!?
Maik: Der mit dem Hosenbart.
Hendrik: Holt ihr den jetzt mal ab bitte!?
Hannes: MENNO!!!

Naja, wir sind mal nicht so. Henry eingesackt und auf in die schönste Ortschaft der Welt. Stundenlanges Getucker durch Flachland, Waldprovinz, Steppe – WALLACHEI. Plötzlich ragt aus dem Boden ein Klotz aus Beton. WOW! Kneipe, Apotheke und Reisebüro im Plattenbau – Hardcore. This is where the love is born oder so!

Der Mixtape-Club besticht durch coole Beleuchtung, eine hübsche Optik und ein NES! Der Backstage ist ein Traum, das Buffet eröffnet, alle fühlen sich pudelwohl. Pudelwohl fühlen sich wohl auch die zwanzigtausend NeubrandenburgerInnen in ihren vier Wänden, sonst wären sie vielleicht zahlreicher vor unserer Bühne erschienen. So nehmen wir Vorlieb mit zwanzig Interessierten, die sich leider ungern auf blöde Sprüche und nette Begrüßungen einlassen. Konzert ohne Ansagen, immer gut!! Captain Capa runtergespielt, Leute beschallt (BESCHALLT SCHALLT SCHALLT SCHALLT schallt shlt slt l t)

Leider kein Foto von Supershirt. Bei denen verdoppelt sich die Anzahl der BesucherInnen sofort. Währenddessen schlagen wir uns am Merchstand mit Fragen herum. „Mal ehrlich Jungs, der Gesang war doch Playback.“

Die Hemden schaffen es durch Charme und Liebe, auch das bescheidenste Publikum an den Eiern zu packen und spielen ein ordentliches Set! Auch Tote Tiere macht Spaß, der Konfettishooter zündet auch. So haben wir es gern! Blöd, dass die Shirtjungs weiterziehen müssen, um die Releaseparty von FEINE SAHNE FISCHFILET mit einem DJ Set aufzuwerten, und das Gespann um Captain Capa (feat. Fuzz Galaxy Buzz & Amadis-Fabian-Zuber) entweder müde, besoffen, emo oder alles zusammen ist. Müssen wir durch! Danach Hatespeech im Backstage und Techno vor der Tür. Wir wollen doch nur schlafen / unsere Leben ruinieren!

Wir schlafen ein mit BUMM BUMM und wachen auf mit BUMM BUMM. Einer der Clubboys probt sein DJ Set von 06:00 bis 12:00. In Clublautstärke.

Auf der Heimreise plötzlich ein kleines, romantisches Highlight der Tour! Das Zaubernavigationsgerät führt uns zufällig knapp an dem Urlaubsort vorbei, an dem Hannes und Götz Teile ihrer Kindheit verbrachten. Also nichts wie hin, kurz um den See gelaufen, in der Mönchs Schänke gespeist und flambierte Kartoffelsuppe bestellt. Wo doch grad die Pyromanen los sind, dort! Wir ernennen Himmelpfort, das Kaff in dem die Briefe an den Weihnachtsmann bearbeitet werden (!), im Herbst zum STILLSTEN ORT DER ERDE und entlassen euch nun in die Freiheit… mit ein paar idyllischen Herbstfotos aus der schönen Seenplatte. All the love, wir sehen uns in Heidelberg / Dresden / Bischofswerda / etc… !! Tourdaten checken und die Toten Tiere besuchen, solange sie noch tot sind!

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Dort, wo Ashi einst das Schwimmen lernte… und wieder verlernte. Zum Glück ist er nun ein Wal.

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„Ey Santa, wie stehts dieses Jahr?“
„CAPTAINCAPAFANS KRIEGN NICHTS“
„Oha!“
„BEI SUBERSHIRD KRIEGEN NUR DER NETTE UN DER NEUE WAS“
„OHA!“


1 Antwort auf “TOTE TIERE / REDUX”


  1. 1 amazeing 13. November 2010 um 0:34 Uhr

    Ahoi ihr 2 Klabautermänner!

    Schick Schick.. Jörg musste auch erstmal ein Foto machen von dem tollen White Trash. Kaptain Capa sieht man ja nicht oft. HAHA!

    War auf jedenfall ganz schön, mal von dem Geruch nach Gras am Anfang abgesehn^^
    Schade dass ihr kein Video von Pokemon mit rein gestellt habt.. gleich mal schauen ob jemand so gnädig war und das Hochgeladen geschweige denn aufgenommen hat.

    Schade um das tolle Lied, aber immerhin waren wir dabei :D
    Vllt bin ich in Erfurt nochmal am Start, weiß ich allerdings noch nicht.. So kurz vor Weihnachten ist immer schwierig wegen fahren.
    Nunja.

    Ach und Hannes, das nächste mal trinkst du bitte nicht so viel Backstage! Jörg und ich haben den Merch fleißig aufgesucht, aber du warst nie da, der arme Maik!
    Kann doch nicht sein dass du hinten allein trinkst, hatte mich eigtl auf Pfeffi gefreut, aber nunja.. vllt das nächste mal, falls ich nich fahren muss =/

    Grüße aus der Hauptstadt =)
    mAzE

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